Miau! Mein Katzenklo stinkt - Natürliche Hausmittel gegen Gestank

Miau! Mein Katzenklo Stinkt

Tipps für natürliche Hausmittel, die garantiert gegen unangenehme Gerüche helfen

von Sain Abedin - 11. Aug 2020

Noch bevor man überhaupt einen Fuß in die Wohnung gesetzt hat, erkennt man ganz häufig an den verräterischen Gerüchen, dass man gleich das Reich einer Katze betreten wird. Die unangenehmen Lüfte wehen vom Katzenklo durch die gesamte Wohnung und stellen oftmals ein erhebliches Problem dar – für Mensch und Katze. Denn bis du den Geruch aus dem Katzenklo wahrnimmst, hat die feine Spürnase deiner Katze mit ihren 60 Millionen Riechzellen schon längst die dicke Luft gewittert.
Um das Problem zu beheben, greifen viele Katzenbesitzer zur chemischen Keule: Die Streu mit Duftstoffen, Streuzusätze, Deo-Konzentrate speziell fürs Katzenklo, stark riechende Reinigungsmittel und Desinfektionsspray sind dabei nur der Anfang einer schier endlosen Liste an sogenannten Hilfsmitteln. Warum ich dir von der Verwendung dieser chemischen Helfer abrate und wie du das Geruchsproblem auch ganz umwelt- und damit katzenfreundlich beseitigen kannst, erfährst du in diesem Beitrag. 

Das Problem mit den künstlichen Gerüchen 

Auch wenn wir Katzenhalter für den Geruch in unserer eigenen Wohnung im Laufe der Zeit geruchsblind werden, das heißt, wir nehmen den Geruch nicht mehr wahr, obwohl er da ist – wenn wir nicht penibel auf die Sauberkeit der Katzentoilette achten, wird schon in wenigen Tagen ein leichter Uringeruch in der Luft liegen. Verantwortlich für den üblen Geruch ist die Zusammensetzung des Katzenurins, der aus einem hohen Anteil an Ammoniak, aus Schwefelwasserstoffen und Mercaptanen besteht. Letztere sind zum Beispiel auch in den Drüsen von Stinktieren enthalten. Diese Aufzählung macht deutlich, dass der strenge Geruch des Katzenurins natürlich ist und – bleibt er in gewissen Grenzen – nicht auf ein gesundheitliches Problem verweist.

Nun ist die Nase der Katze drei Mal so empfindlich wie die des Katzenbesitzers. Aus diesem Grund führen unangenehm riechende Katzentoiletten oftmals dazu, dass sich die Katze eine Alternative sucht und das Katzenklo meidet. Das führt dann natürlich dazu, dass die Gerüche in der Wohnung eher schlimmer werden.

Würdest du aber, um das Katzenklo zu reinigen, stark riechende Reinigungsmittel verwenden oder gar Deos, um den Geruch zu neutralisieren, kann das Ergebnis dasselbe sein: Die Katze empfindet den Geruch als unangenehm und vermeidet den Besuch des Katzenklos. Auch von Desinfektionsprodukten ist abzuraten, weil es erstens überhaupt nicht nötig ist, das Katzenklo zu desinfizieren und zweitens Katzen auch diesen Geruch meist als unangenehm empfinden. Die Fellnasen reagieren auf künstliche Gerüche noch sensibler, als auf natürliche – unabhängig davon, ob wir Menschen die Gerüche als Wohlgeruch oder Gestank wahrnehmen.


Tipps für die einfache Reinigung des Katzenklos

Die meisten Katzeneltern empfinden die Reinigung der Katzentoilette als unangenehm. Nichtsdestotrotz, oder gerade deswegen, sollte das Entfernen der Ausscheidungen der Katze aus dem Katzenklo zur täglichen Routine gehören. Noch besser wäre es, wenn du diesen Job morgens und abends erledigst. Damit beugst du einerseits der Geruchsbildung vor, andererseits ist es für unsere reinlichen Stubentiger eine Wohltat, wenn die Toilette sauber ist. Und ehrlich, wer kann es den Katzen am Ende verübeln, wenn sie sich eine Alternative in der Wohnung suchen, weil die Toilette unsauber ist? Das Entfernen vom kleinen und großen Katzengeschäft lässt sich am leichtesten mit einer kleinen Katzenstreuschaufel erledigen. Achte bei der Gelegenheit auch immer gleich darauf, dass sich genügend Streu in der Wanne der Toilette befindet. Die meisten Empfehlungen – auch von Seiten der Hersteller – belaufen sich auf eine Einfüllhöhe von um die fünf Zentimeter. Ich empfinde das als zu wenig, weil somit eine artgerechte Nutzung kaum möglich ist und der Stubentiger so seine Fäkalien nicht gut vergraben kann. Es darf also ruhig ein bisschen mehr sein. Wenn man zehn Zentimeter als Richtwert nimmt, erhöht sich der Komfort in der Katzentoilette ungemein. Damit kommst du aber nicht nur dem Wohlgefühl deiner Katze entgegen, sondern auch deinem eigenen: Die Fäkalien kommen bei dieser Einfüllhöhe nur sehr selten mit dem Boden der Plastikwanne in Kontakt, was dir bei der Reinigung der Katzentoilette zugutekommen wird. Wenn du allerdings das Gefühl hast, dass deine Katze aus lauter Vergnügen die Streu aus der Toilette scharrt, kannst du die Füllhöhe ein bisschen reduzieren.

Auch die Wahl der passenden Streu ähnelt einer Glaubensfrage und auch diese Frage lässt sich nicht pauschal für jedes Katze-Mensch-Gespann beantworten. Neben den handelsüblichen Streusorten, die es in den verschiedensten Varianten gibt, ist es möglich, dass Katzenklo mit Komposterde oder Sägespäne zu füllen. Der klare Vorteil ist hierbei, dass man damit der natürlichen Umgebung der Katze für den Toilettengang am nächsten kommt. Weitere Vor-aber auch Nachteile, die die Verwendung von Komposterde oder Sägespäne mit sich bringt, habe ich im Folgenden zusammengestellt.


Vorteile

100% ökologisch, damit biologisch abbaubar und kompostierbar

riecht sehr angenehm nach Wald und Wiese

hohe Akzeptanz von Seiten der Katze

staubarm

ergiebig

Nachteile

nicht überall und nur in großen Mengen erhältlich

keine Klumpenbildung bei Kontakt mit Urin

Reste von Erde/Spänen haften an den Pfoten,

dadurch ist häufigeres Kehren notwendig

Katzenklo Großputz in 3 schritten

Neben der täglichen kleinen Reinigung der Toilette steht wenigstens einmal im Monat der Großputz an. Am besten erledigst du diesen folgendermaßen:

Schritt 1

Entfernen der alten Streu

Trotz der täglichen Reinigung bleiben Verunreinigungen in der Katzentoilette. Aus diesem Grund ist es an der Zeit, die gesamte Streu zu entfernen und zu entsorgen. Festsitzende Reste lassen sich sehr gut mit der Katzenstreuschaufel lockern.


Schritt 2

Reinigen des Katzenklos

Die leere Wanne sollte zunächst mit warmem Wasser oder besser einer Wasser-Essig-Mischung und einem Schwamm ausgewaschen werden. Verwende dazu einen Teil Essig-Essenz und einen Teil warmes Wasser. Viele Menschen haben allerdings ein Problem mit dem Geruch von Essig. Er verfliegt zwar nach dem Reinigen relativ schnell und durch das Tragen von Gummihandschuhen kann man den Essiggeruch auch gut von den Händen fernhalten, aber natürlich gibt es Alternativen, wenn man den Geruch meiden möchte. Du kannst in diesem Fall eine Mischung aus Kaiser-Natron und Wasser herstellen. Zwar ist die Wirksamkeit ein wenig geringer, aber diese Mischung ist absolut geruchsneutral.

Wenn sich bereits Urinstein gebildet hat, kannst du auch diesem mit natürlichen Mitteln zu Leibe rücken. Dafür lässt man entweder Apfelessig, Essig-Essenz oder Zitronensäure in der Wanne einwirken – die Einwirkzeit ist dabei abhängig vom Grad der Verschmutzung. Im Anschluss muss die Wanne nur noch einmal mit einem Lappen oder Schwamm ausgewischt und mit warmem Wasser ausgespült werden. Da für das Entfernen des Urinsteins alles Säurehaltige verwendet werden kann, schwören einige Katzenmamas und -papas auf Cola. Aufgrund der Phosphorsäure funktioniert die Beseitigung des Urinsteins damit sowohl in der Menschen- als auch in der Katzentoilette.


Schritt 3

Trocknen, Gerüche neutralisieren und Streu einfüllen

Das Katzenklo kann nun trocken ausgewischt oder an der Luft getrocknet werden. Wenn du das Gefühl hast, dass die Toilette trotz der Reinigung immer noch unangenehm riecht, kannst du alten Kaffeesatz in die Wanne füllen, diesen mindestens eine halbe Stunde einwirken lassen und dann gründlich aus der Wanne entfernen. Kaffee neutralisiert unangenehme Gerüche sehr zuverlässig. Allerdings solltest du deine Katze für die Einwirkzeit von der Katzentoilette fernhalten, da Kaffee für Katzen giftig ist. Jetzt muss nur noch frische Streu eingefüllt werden und schon ist das stille Örtchen deiner Katze wieder sauber. Ein weiterer natürlicher Helfer kann nun (und auch zwischendurch) zum Einsatz kommen: Auf die frische Streu kann ein Beutel Kaiser-Natron verteilt werden. Zwar scheiden sich die Geister, ob das tatsächlich hilft, um Gerüche zu neutralisieren, ich habe damit aber wirklich gute Erfahrungen gesammelt.


Das hilft gegen schlechte Gerüche

Ein gesundes Raumklima macht es schlechten Gerüchen schwer,

diese natürlichen Mittel helfen.

Auch wenn der schlechte Geruch ganz eindeutig aus dem Katzenklo kommt: Das Raumklima hat einen erheblichen Einfluss darauf, ob sich schlechte Gerüche in der Wohnung festsetzen können. Um einen Luftaustausch und damit die Zirkulation der Luft gewährleisten zu können, hilft regelmäßiges Lüften. Es ist so einfach, wie es klingt! Dennoch geht dieser einfache Prozess des Lüftens häufig im Tagesgeschehen unter. Stoßlüften, dass heißt die Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen, ist dabei die beste Variante. Wenn du das Lüften mit der kleinen Reinigung der Katzentoilette kombinierst, schaffst du dir damit eine Routine, die dem Vergessen entgegenwirkt.

Auch Pflanzen helfen dir dabei, das Raumklima zu regulieren und Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Allerdings sind viele der Pflanzen mit den besten Filtereigenschaften, beispielsweise Efeu oder Bogenhanf, für den Stubentiger giftig. Einen guten Überblick, über Pflanzen, die für Katzen giftig sind, erhältst du hier. Wenn du sie trotzdem nutzen möchtest, solltest du unbedingt darauf achten, dass sie an einem für die Katzen unerreichbaren Ort platziert werden. Möglicherweise ist dafür eine Blumenampel eine sinnvolle Anschaffung.

Es gibt aber auch Pflanzen, die das Raumklima verbessern und gleichzeitig ungefährlich für den Stubentiger sind. Dazu zählen die Kentia-Palme, die Zwergdattelpalme, die Grünlilie und die Gerbera.Eine umfassende Übersicht findest du in unserer Garten-Checkliste.

Neben dem regelmäßigen Lüften und dem Nutzen von Pflanzen kannst du auch mit folgenden Tipps für ein gutes Raumklima sorgen:


  • Du verteilst Kaffeesatz oder Kaffeebohnen in Schälchen oder kleinen dekorativen Gläsern und stellst eventuell noch ein Teelicht hinein. Die guten geruchsbindenden und geruchsneutralisierenden Eigenschaften von Kaffee habe ich bereits oben angesprochen. Wenn der Kaffee nun durch das Teelicht noch leicht erwärmt wird, potenzieren sich diese für unsere Zwecke so nützlichen Eigenschaften. Aber achte bitte auch hier dringend darauf, dass deine Katze die Schälchen und Gläser nicht erreichen kann! 

  • Du stellst Schalen mit Salz in der Wohnung auf. Auch Salz neutralisiert Gerüche und hilft, das Raumklima zu regulieren.

  • Beides können auch Apfelschnitze. Wenn du diese auf Tellern in der Wohnung verteilst, schlägst du damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Neben der erwähnten Regulierung des Klimas, duften die Apfelschnitze herrlich. Außerdem wirst du so wahrscheinlich auch noch animiert, mehr Obst zu essen! 

Doch Vorsicht!

Möglicherweise hast du jetzt die Idee, dass du ja auch eine Orange mit Nelken bespicken und diese auf die Heizung legen könntest. Dieser Geruch ist wirklich himmlisch und sorgt vor allem in der Weihnachtszeit für ein ganz besonderes Flair. Wir Katzeneltern sollten jedoch darauf verzichten, weil die Fellnasen den Geruch von Zitrusfrüchten überhaupt nicht mögen. Aus demselben Grund entfällt auch das Verwenden einer ausgehöhlten und mit Salz gefüllten Zitrone!

Wenn Alles nicht hilft

Du hast alle Hinweise befolgt, verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und dennoch nimmt der unangenehme Geruch nicht ab? Möglicherweise ist er im Laufe der Zeit sogar schlimmer geworden? In diesem Falle besteht die Möglichkeit, dass der Gestank aus dem Katzenklo tatsächlich über das normale Maß hinausgeht und auf Probleme zurückzuführen ist, die nicht mit Hygienemaßnahmen und der Regulierung des Raumklimas zu lösen sind. Beachte dazu bitte folgende Punkte:

  • Überprüfe zunächst die Qualität des Katzenfutters. Oftmals entstehen die unangenehmen Gerüche nämlich aus dem Grund, dass zu viele Kohlenhydrate im Futter enthalten sind. Solltest du erste Anhaltspunkte benötigen, welches Futter sich für deine Katze eignet, schau einmal >> hier <<

  • Überprüfe als nächstes die Trinkmenge deiner Katze. Logischerweise riecht der Urin der Katze strenger, wenn der Urin sehr konzentriert ist. 

  • Bei einem sehr starken Geruch sollte unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden!

Fazit

Viele Katzeneltern – und mit ihnen ihre Fellnasen – leiden unter den unangenehmen Gerüchen aus dem Katzenklo. Um diese zu Beseitigen muss man keinesfalls auf Chemie zurückgreifen. Natürliche Hausmittel wirken hier wahre Wunder! Zumal man immer bedenken muss, dass unsere tierischen Mitbewohner ein äußerst sensibles Riechorgan haben und auf chemische Gerüche deutlich empfindsamer reagieren als auf natürliche. Will man dem Geruchsproblem auf natürlichem Wege begegnen, ist eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Katzentoilette das A und O. Jeden Tag sollte das Katzenklo zwei Mal von den Ausscheidungen der Katze befreit werden und mindestens einmal im Monat steht dann der Großputz an. Neben diesen Hygienemaßnahmen ist es wichtig, auf ein gesundes Raumklima zu achten. Dabei helfen regelmäßiges Lüften, verschiedene Pflanzen und ein paar kleine Tipps, die wirklich leicht umsetzbar und doch sehr wirkungsvoll sind. 

Wenn du deiner Katze, dir und der Umwelt zuliebe die natürlichen Mittel zur Geruchsbeseitigung ausprobieren möchtest, ist das wundervoll. Probiere aber bitte nicht alles gleichzeitig aus, sondern wäge gut ab, welche Maßnahmen sofort angewendet werden können und welche eventuell lieber erst zum Einsatz kommen sollten, wenn deine Katze an die ersten Veränderungen gewöhnt ist. So ist das tägliche Lüften in Kombination mit dem täglichen Reinigen der Katzentoilette sicherlich kein Problem für deinen Stubentiger. Anders könnte es schon aussehen, wenn du die Wanne der Toilette von nun an mit Essig reinigst, gleichzeitig eine neue Sorte Streu und eine neue Sorte Futter ausprobierst. Gerade Neuerungen, die die Katzentoilette oder das Futter betreffen, sollten Schritt für Schritt erfolgen, damit sich deine Katze in aller Ruhe daran gewöhnen kann.


Kommentieren

Alle Kommentare werden moderiert, bevor sie veröffentlicht werden.